von Schulmeister a.D. Wilhelm
Schmidt
OV E N ST Ä DT
Nördlich der Porta Westfalica, der Pforte zum Westfalenland und nahe der tausendjährigen ehemaligen Bischofs- und Hansestadt Minden liegt in der Weite, der norddeutschen Tiefebene das Dorf Ovenstädt, eine Oase der Stille am Weserstrom. Gepflegte Gärten umgeben die sauberen Häuser des Ortes und hinter hohen Bäumen versteckt liegen alte Höfe.
Weit
zurück reicht die Geschichte der Gemeinde Ovenstädt, die im
Jahre 1204 als "Oventide" erstmals urkundlich erwähnt
wurde. Aus dieser Zeit stammt auch die im romanischen Baustil
errichtete kleine Dorfkirche, deren wuchtiger Westturm besonders
hervorsticht. Im Mittelalter gehörte das Dorf zum Fürstbistum
Minden, mit dem es 1648 an das Kurfürstentum Brandenburg kam. Im
Jahre 1807 wurde Ovenstädt zusammen mit dem Amt Petershagen Teil
des Königreiches Westfalen, das Napoleons Bruder Jerome
regierte.
Ein 1826 erbauter Glasbrennofen,
der die Form eines Zuckerhutes hat, erinnert den Betrachter an die im
19. Jahrhundert hier blühende Glasindustrie, in der zeitweilig
bis zu 700 Arbeiter tätig waren.
In jüngster Zeit bemüht sich
der Ort um die Förderung seines Fremdenverkehrs. Bei günstigen
Preisen und in gut ausgestatteten Räumen kann der
Erholungsuchende "Ferien auf dem Landett verleben. Besonders für
Familien mit Kindern ist ein solcher Urlaub ideal. Tollen und Spielen
auf dem Bauernhof sowie der Umgang mit Tieren entsprechen weitgehend
der kindlichen Natur. Für die Erwachsenen ist die reine Luft ein
gutes Kurmittel und Wandern eine wirksame Kurübung. Auf ebenen
Wegen kann auch der des Wanderns Ungeübte ohne Anstrengung das
Land durchstreifen und kennenlernen.
Fruchtbare
Felder sowie Marschen, auf denen das schwarzbunte niederdeutsche Rind
weidet, Haine und Wälder, Heide und Moor, einsame Dörfer
und Höfe sind Bilder, die sich dem Wanderer bieten. Der
Botaniker wird seine Freude an der Flora des Landes haben, an
Zehrkraut, Sigmarswurz und vielen anderen Pflanzenarten und der
Ornithologe an der Vielzahl der gefiederten Welt. Selten gewordene
Vogelarten wie Pirol, Eisvogel, Ziegenmelker und Fischreiher sind
hier noch anzutreffen. Gemütliche Dorfgasthöfe laden den
müden Wanderer zur Rast ein.
Wer nicht gern wandert, sondern lieber als "Petrijünger" seinem Hobby frönt, darf dies am nahen Weserfluß tun. Das am Ort bestehende Gestüt bietet Pferdeliebhabern die Möglichkeit, den Reitsport auszuüben bzw. das Reiten zu erlernen.